Maroeuil hat etwa 2700 Einwohner, ist kommunal selbstständig und liegt an der Peripherie von Arras im Departement Pas de Calais in Nordfrankreich. Weithin sichtbares Wahrzeichen von Maroeuil ist der Wasserturm "Chateau d´Eau".

1967 lernten sich bei einem Zeltlager in der ehemaligen CSSR Mendener und französische Jugendliche kennen. Der damalige Jugendamtsleiter Werner Bußmann organisierte im darauffogenden Jahr gemeinsam mit Peter Friedrich und Philipp Karhoff für eine Gruppe Mendener Jugendliche eine Reise nach Arras, um dort zu zelten und so die französische Lebensart kennen zu lernen. Der Deutschlehrer Marc Dupuich am Gymnasium in Arras war auf französischer Seite der Organisator. Leider fand man nur mit Hilfe seines Schülers Jean-Marie Truffier eine Möglichkeit für das Aufstellen der Zelte in Maroeuil. Jean-Marie Truffier war zu dem Zeitpunkt bereits Bürgermeister in Maroeuil. Aufgrund kontroverser politischer Richtungen und anderer Hindernisse kam es nicht zu der angestrebten Städtepartnerschaft zwischen Menden und Arras. In den folgenden Jahren fanden Jugendbegegnungen ausschließlich zwischen Menden und der kleinen Gemeinde Maroeuil statt. Während die Mendener Jugendlichen generell in Maroeuiler Familien untergebracht wurden, übernachteten die Franzosen bei den Gegenbesuchen im Jugendheim auf der Kluse.

Ende der 70er Jahre ließ das Interesse bei den Jugendlichen auf beiden Seiten nach und erst 1981, anläßlich der ersten Mendenr Europawoche, kam es wieder zu einer größeren Begegnung. Das Maroeuiler Blasorchester Harmonie war zur Europawoche eingeladen worden und man suchte ein Quartier für die 45-köpfige Gruppe. Die Bösperderin Angelika Krause, die mehrmals als Gruppenbegleiterin in Maroeuil war und ihr Mann Karl-Heinz, Mitglied der Feuerwehr in Bösperde, wurden angesprochen ob eine Unterbringug für die 3 Tage in Familien der Bösperder Feuerwehr möglich wäre. Es stellte sich heraus dass dies realisierbar war und so kam es zu einem unvergessenen Anfang der Beziehungen zwischen Bösperde und Maroeuil. Diese erste Begegnung, war geprägt von aufrichtiger Herzlichkeit und richtungsweisend für die Zukunft.

1982 fuhr eine 50-köpfige Bösperder Gruppe, hauptsächlich Mitglieder der Feuerwehr, zum Gegenbesuch nach Marouil. Unvergesslich der herzliche Empfang und das liebevoll zusammengestellte Programm, aber auch die Besuche der beeindruckenden Vimy- und Lorettohöhen (Schlachtfelder des ersten Weltkrieges in direkter Nähe von Maroeuil) und der riesigen Soldatenfriedhöfe in der Region. Vor der Rückreise der deutschen Gäste wurden die Maroeuiler für das nächste Jahr nach Bösperde eingeladen.

Pfingsten 1983 wurde von der Feuerwehr in der neuen Halle des Schützenvereins Holzen-Bösperde-Landwehr ein deutsch-französischer Abend veranstaltet, bei dem sich die Bösperder Vereine präsentierten, aber auch die 78 Besucher aus Maroeuil mit ihrem Orchester Harmonie voller Freude teilnahmen. Ein Ausflug ins Sauerland begeistete die Maroeuiler, aber auch deren deutsche Gastgeber (längst über die Feuerwehr hinaus). So führten die Gespräche der Verantwortlichen aus Bösperde und Maroeuil zum Abschluß der Begegnung dazu, eine offizielle Städtepartnerschaft im nächsten Jahr besiegeln zu wollen und zukünftig im Wechsel jedes Jahr zu Pfingsten eine große Familienbegegnung durchzuführen.

1984 fuhren über 70 Bösperder nach Maroeuil um der offiziellen Besiegelung der Partnerschaft beizuwohnen. Die Unterzeichnung der Urkunden erfolgte in einem feierlichen Rahmen durch die beiden Bürgermeister Marcel Deplanque (Maroeuil) und Ernst Eisenberg (Menden). Beeindruckend die große Champagnerpyramide im "Salle des Fetes". Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm des Pfingstwochenendes führte zur Vertiefung bereits bestehende Freundschaften.

Pfingsten 1985 dann die Gegenzeichnung der Partnerschaftsurkunden in Bösperde durch die Bürgermeister Marcel Deplanque und Otto Weingarten. Über 100 Besucher aus Maroeuil, deren Gastgeber und viele Bösperder Bürger feierten dieses Ereignis in der vollen Schützenhalle. Die Idee eine Platz in Bösperde nach der Partnergemeinde zu benennen konnte ebenfalls realisiert werden. Der unansehnliche Park- und Abstellplatz an der Kreuzung Heidestr./Holzener Dorfstr. wurde als Maroeuiler Platz deklariert. Dieser Widmung waren erste Verschönerungsmaßnahmen vorausgegangen. Erstmalig fandt während der Sommerferien ein Jugendaustausch (je eine Woche in Bösperde und in  Maroeuil) mit 30 Teilnehmern statt. Dieser Jugendaustausch (von Harald Heidrich auf Bösperder Seite organisiert) war sehr erfolgreich und man vereinbarte in Zukunft den Modus mit jeweils einer Woche in den Sommerferien beizubehalten.

Im Februar 1986 wurde in Böperde der Partnerschaftsverein "Gemeinschaft der Freunde Maroeuil" gegründet. In dem Verein ging das bis dahin bestehende Partnerschaftskomitee auf. Vorsitzender wurde Karl-Heinz Krause mit Harald Heidrich an seiner Seite. Nun konnten partnerschaftliche Aktivitäten effektiver organisiert und interessierte Bösperder besser eingebunden werden. Ein erster Französisch-Sprachkurs wurde im Feuerwehrgerätehaus angeboten. Aber auch in Maroeuil war man nicht untätig. Der Verein "A.I.M.E." -> "Amitiés Internationales de Maroeuil et Environ" wurde mit den gleichen Zielen ins Leben gerufen. Der unvergessene Charles Hoyez, einer der Motoren der Partnerschaft, verstand es vor allem den an der deutschen Sprache interessierten Maroeuilern unser Liedgut nahe zu bringen. Die Familenbegegnung zu Pfingsten und auch die Jugendbegegnung gehörten inzwischen zum normalen Jahresablauf.